Literatur, Poesie und Kunst für Kinder

 

Literatur, Poesie und Kunst für Kinder

 


Kerstin Lorenz und Kees van Eunen

Ideal für den Unterricht
Für Deutschlehrer sind diese Perlen von Bilderbüchern (www.kindermannverlag.de) ein Geschenk des Himmels. Auch in der Unterstufe können sie ihre Schüler jetzt an einen großen Stoff heranführen.


 

Literatur

Vor etwa 12 Jahren erregte Barbara Kindermann, Gründerin des gleichnamigen Verlags, positives Aufsehen mit dem Versuch, in der Reihe Weltliteratur für Kinder Weltliteratur auf etwa 20 Seiten Text zu reduzieren und als Mischung zwischen Bilder-, Vorlese- und Selbstlesebuch für Kinder ab 7 Jahren herauszugeben. So erschienen ab 2002 zum Beispiel FaustRomeo und Julia, Nathan der Weise, Wilhelm TellLeonce und LenaDas Käthchen von HeilbronnDer zerbrochene KrugKleider machen Leute und mehr.  Ein gewagtes Unternehmen, das dem Kindermann-Verlag aus Berlin  allerdings mit Bravour gelungen ist.

Barbara Kindermann erzählt die Geschichten neu, geht behutsam mit dem Original um. Sie schneidet nicht nur Highlights zusammen, sondern bedient sich einer klaren, eindrucksvollen Sprache, in die die (kursiv gedruckten) Zitate aus den Originalwerken fast unbemerkt einfließen. Eine weitere Zutat für den Erfolg der Reihe waren die beeindruckenden Zeichnungen von namhaften Illustratoren wie Klaus Ensikat (Faust), Christa Unzner (Romeo und Julia) und Maren Briswalter (Nathan der Weise).
 

Poesie

Auch Poesie wurde und wird in der Reihe Poesie für Kinde(zum Beispiel Der ZauberlehrlingLoreleyDer HandschuhDer Erlkönig) herausgegeben. Hier ist es so, dass die Gedichte/Balladen im Original(-Text) bleiben, Kinder aber durch die Illustrationen bereits die Handlung verstehen können. Der Erfolg schlug sich nicht nur in der ausnahmslos begeisterten Pressekritik nieder; 2002 wurde der 'Faust' von der Stiftung Buchkunst als 'eines der schönsten deutschen Bücher des Jahres' prämiert. Weitere Auszeichnungen von Radio Bremen/ZEIT (Luchs) und DeutschlandRadio/FOCUS folgten. So wurden die Bilderbücher vom Kindermannverlag innerhalb kurzer Zeit schon selber fast zum Klassiker.

 

Kunst

Auch die Malerei musste dran glauben: In der Reihe Kinder entdecken Kunst sind unter dem Standardtitel Wer ist eigentlich …? bereits Bände erschienen über Kandinsky, Matisse, Picasso und Miró.

 

Musicals

Inzwischen hat sich der Verlag auf eine weitere Quelle gestürzt: Weltmusicals für Kinder. Erschienen sind bereits zwei Bände: Anatevka und  My Fair Lady. Nehmen wir My Fair Lady als Beispiel: Die Story wird wiederum neu erzählt von Barbara Kindermann und bebildert von Silke Leffler. Spannend ist dabei besonders die Umsetzung von Englisch in Deutsch. Das Blumenmädchen Eliza Doolittle heiβt zwar immer noch Eliza Doolittle, aber sie spricht nun ganz toll Berlinerisch. Am Schluss sagt sie zum Beispiel: „Mund und Pfoten hab‘ ick mir jewaschen, bevor ick herjekommen bin …“. 

Die Story ist zwar stark verkürzt, bleibt aber intakt: Der arrogante Phonetik-Professor Henry Higgins versucht aus dem kräftig berlinernden, einfachen Blumenmädchen Eliza Doolittle eine vornehme Lady zu machen, schlieβt über sein Vorhaben eine Wette mit dem Kollegen Oberst Pickering ab, dass ihm das innerhalb von sechs Monaten gelingt. Eliza lässt sich aufs Experiment ein. Und nach einer Reihe von Verwicklungen gibt’s natürlich ein Happy End.